Strukturen und Erinnerung - angewandte geschichtswissenschaft und digitale lehre

Politische Bildung, Grundlagenforschung und Erinnerungskultur rund um die NS-Geschichte und deren Nachgeschichte in der Großregion

DIE GESTAPO TRIER IN DER CHRISTOPHSTRASSE

Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) war die zentrale Institution im Netz des nationalsozialistischen Überwachungs- und Verfolgungs-Apparates. Sie galt als allgegenwärtige, allwissende und allmächtige Sonderbehörde.  Heute wissen wir, dass auf diese Weise Angst und Misstrauen innerhalb der Bevölkerung geschürt werden sollten, die Staatspolizeistellen aber nicht wirklich in der Lage waren, eine flächendeckende systematische Überwachung zu realisieren. Nichtsdestotrotz war niemand davor sicher, nicht doch ins Visier der Gestapo zu geraten.

Gestapo-Terror in Luxemburg

„Sobald  die  Tür  hinter  uns  geschlossen  war,  stieß  ein  Fußtritt  in  den  Hintern  mich einige Meter nach vorn, aber ich fiel nicht hin. Immer noch mit Fußtritten trieben sie mich in einen völlig leeren Raum. Zwei Männer, das Gesicht zur Wand und die Arme in der Höhe, schienen an der Wand zu kleben. Sie befahlen mir, die Arme zu heben, einer setzte seine Fußsohle gegen meinen Hintern und stieß mich heftig gegen die Wand. Das Gesicht zur Wand und die Hände erhoben erwartete ich jeden Moment, dass man mich von hinten schlug. Ich empfand eine furchtbare Angst.“                                           Luigi PERRUZZI




AKTUELLES

Studienfahrt Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau

2.-9. Oktober 2026

 

Der Arbeitskreis “Erinnerung der Großregion” e.V. bietet gemeinsam mit der Initiative Interdisziplinäre Antisemtismusforschung der Universität Trier vom 2. bis 9. Oktober 2026 eine Studienfahrt nach Polen (Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau /Krakau) an. Die wissenschaftliche Reisebegleitung erfolgt durch Dr. Thomas Grotum  und Julia Kleusch (beide Universität Trier). Darüber hinaus begleitet Dr. Sandra Dörrenbächer (Universität des Saarlandes) die Studiengruppe.

Während der Studienreise werden jeweils 4- bis 5-stündige Führungen durch das Stammlager und über das Gelände in Birkenau durchgeführt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die vorhandenen nationalen Ausstellungen individuell zu besuchen. Ein Einblick in die Sammlungen der Gedenkstätte steht ebenso wie der Besuch der Ausstellung des Auschwitz-Überlebenden Marian Kołodziej sowie eine Fahrt durch das ehemalige "Interessengebiet des KL Auschwitz" mit seinen Außenlagern auf dem Programm. Einen Tag verbringt die Gruppe in Krakau (4-stündige Stadtführung, optional: Besuch des Historischen Museums - die ehemalige Emaillefabrik von Oskar Schindler).

 

Für Studierende aller Fachbereiche und Fächer der Universität Trier. Die Eigenbeteiligung liegt bei 150 €.

 

Weitere Informationen: https://www.uni-trier.de/index.php?id=71851

 


Podcast: Im Archiv der sexualisierten Gewalt gegen Kinder und Jugendliche

Historiker:innen Lena Haase und Lutz Raphael im Gespräch mit Laurens Schlicht

Im Oktober 2025 ist Laurens Schlicht nach Trier gereist, um sich dort mit Lena Haase und Lutz Raphael zu unterhalten. Beide sind Historiker:innen, die sich derzeit mit einer Aufarbeitungsstudie im Bistum Trier befassen, die Teil der dortigen Unabhängigen Aufarbeitungskommission ist. Lena Haase und Lutz Raphael haben im Rahmen ihrer Arbeit mit vielen Personen gesprochen, aber vor allem auch zahlreiche Akten studiert. Sie sind in der seltenen Position, einen unbeschränkten Zugang zu allen Akten des Bistums Trier zu haben, die sexualisierte Gewalt betreffen.

Was kann mit solchen Daten gemacht werden, wie findet man sie und wie kann man sie untersuchen? Darüber spricht Laurens Schlicht mit Lena Haase und Lutz Raphael. Außerdem gehen sie der Frage nach, was Aufarbeitung sexualisierter Gewalt aus Sicht von Historiker:innen, aber auch gesamtgesellschaftlich bedeuten kann, wie Historiker:innen vorgehen, wenn sie aufarbeiten und welche Zukunft die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im nationalen und internationalen Rahmen haben sollte.

»Podcast starten

 

 

Quelle: cure.uni-saarland.de/2026/03/06/im-archiv-der-sexualisierten-gewalt-gegen-kinder-und-jugendliche/

 

 


Die Forschungs- und Dokumentationsstelle SEAL auf dem Historikertag 2025 in Bonn

Lena Haase (Trier) / Keywan Klaus Münster (Bonn)

Die Macht der Öffentlichkeit(en) und der Umgang mit sexuellem Missbrauch

Di. 16. Sep. 2025 14:00 – 15:40 Uhr
Ort: Hörsaal 10

 

Link zum Programm der Sektion

 


Posterausstellung Digitale Geschichtswissenschaft

Thomas Grotum / Massimiliano Livi / Achim Rettinger / Benjamin Weyers (alle Trier)

Poster "Infrastrukturprojekt KIZEQ (KI‐gestützte Infrastruktur zur Zeitzeugen‐, Erinnerungs‐ und Quellenforschung)"

 

Di. 16. – Do. 18. Sep. 2025 14:00 – 17:40 Uhr

Ort: Senatssaal

Link zu den Plakaten


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zweiundachtzig
zweiundachtzig_-_NS-Patientenmorde_in_Ha
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Am Mittwoch, den 26. März 2025, findet ab 19:30 Uhr im Trierer Brunnenhof die Lichtinstallation "zweiundachtzig. - NS-Patientenmorde in Hadamar" statt 

Parallel wird das zugehörige digitale Gedenkbuch (digitales-gedenkbuch.de) freigeschaltet. 

Am 26. März 1945 - vor 80 Jahren - wurde die Heil- und Pflegeanstalt in Hadamar von amerikanischen Soldaten befreit. Warum wurde sie befreit?
Von 1940 bis 1941 starben dort 10.000 Patienten in einer eigens dafür eingerichteten Gaskammer im Rahmen der „T4-Aktion“. Tausende von systematischen Tötungen folgten bis zum Ende des Krieges. Darunter waren auch 82 Menschen aus Trier. Wir gedenken ihrer und erinnern an den Wahnsinn einer menschenverachtenden Geschichte.

 

Kontakt
Dr. Lena Haase
[email protected]

 



DLF: Missbrauchsvorwürfe als Propaganda-Instrument: Die Sittlichkeitsprozesse im NS

Die Sittlichkeitsprozesse der Jahre 1936/37 und ihre Auswirkungen auf die Nachkriegszeit stehen im Mittelpunkt der DLF Kultur-Sendung "Religionen" am 26. Januar 2025, ab 14:05 Uhr. Zu Wort kommen Hans Günter Hockerts, der 1971 eine Studie zum Thema veröffentlicht hat, und die Expertin Lena Haase von der Forschungs- und Dokumentationsstelle SEAL der Universität Trier.

 

► DLF Kultur Religionen | 7:44 min | 26.1.2025 | ab 14:05 Uhr

 


Shortlist zum Lehrpreis 2024

 

Vom 01.07. bis 11.08.2024 waren alle Angehörigen der Universität Trier dazu aufgerufen, über die Webseite www.lehrpreis.uni-trier.de je bis zu drei Veranstaltungen für den Lehrpreis 2024 über ein Onlineformular einzureichen. Insgesamt wurden 80 verschiedene Veranstaltungen vorgeschlagen. Eine Expertenrunde traf dann eine Vorauswahl mit 15 Veranstaltungen (Longlist), deren Lehrende aufgefordert wurden, ein Lehrkonzept einzureichen. Unter Einbezug der Lehrkonzepte reduzierte die Expertenrunde die Vorschläge auf eine Shortlist von sechs Veranstaltungen, aus denen die Senatskommission den oder die Preistragende(n) ausgewählt hat.

Alisa Alić gehört mit der Veranstaltung "Buddeln und Bilden: Workcamp an der Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm in Saarbrücken" zum Kreis der letzten 6 Nominierten (Shortlist).

In der Christophstraße erinnert eine Tafel wieder an die NS-Zeit

Nachdem die Gedenktafel an die Opfer der Gestapo in Trier entwendet wurde, ist auf Initiative der Universität und der Staatsanwaltschaft nun eine neue angebracht worden.

Vor knapp drei Jahren war die Gedenktafel an die Opfer der Gestapo in Trier am Gebäude der Christophstraße 1 eines morgens verschwunden und nicht mehr aufgetaucht. Es ist zu vermuten, dass der oder die Täter etwas gegen die Erinnerung an die NS-Zeit hatten. Nun hängt eine neue Gedenktafel, gestiftet von der Klaus Jensen Stiftung, an dem Gebäude, in dem unter anderem die Staatsanwaltschaft Trier ihre Räume hat. Daran, dass die Gräueltaten der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) in Trier während des Nationalsozialismus aufgearbeitet wurden und weiterhin werden, sind Historikerinnen und Historiker der Forschungs- und Dokumenatationstselle SEAL der Universität Trier maßgeblich beteiligt.

Peter Fritzen (Leitender Oberstaatsanwalt), Dr. Jürgen Brauer (Generalstaatsanwalt a. D.), Klaus Jensen (ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Trier) und Dr. Thomas Grotum (Historiker der Universität Trier) freuen sich, dass die Gedenktafel wieder am Gebäude der Christophstraße 1 hängt.

Foto: (c) 2024 Trierischer Volksfreund


Lena Haase mit LVR-Wissenschaftspreis ausgezeichnet

 

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