Strukturen und Erinnerung - angewandte geschichtswissenschaft und digitale lehre

Politische Bildung, Grundlagenforschung und Erinnerungskultur rund um die NS-Geschichte und deren Nachgeschichte in der Großregion

DIE GESTAPO TRIER IN DER CHRISTOPHSTRASSE

Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) war die zentrale Institution im Netz des nationalsozialistischen Überwachungs- und Verfolgungs-Apparates. Sie galt als allgegenwärtige, allwissende und allmächtige Sonderbehörde.  Heute wissen wir, dass auf diese Weise Angst und Misstrauen innerhalb der Bevölkerung geschürt werden sollten, die Staatspolizeistellen aber nicht wirklich in der Lage waren, eine flächendeckende systematische Überwachung zu realisieren. Nichtsdestotrotz war niemand davor sicher, nicht doch ins Visier der Gestapo zu geraten.

Gestapo-Terror in Luxemburg

„Sobald  die  Tür  hinter  uns  geschlossen  war,  stieß  ein  Fußtritt  in  den  Hintern  mich einige Meter nach vorn, aber ich fiel nicht hin. Immer noch mit Fußtritten trieben sie mich in einen völlig leeren Raum. Zwei Männer, das Gesicht zur Wand und die Arme in der Höhe, schienen an der Wand zu kleben. Sie befahlen mir, die Arme zu heben, einer setzte seine Fußsohle gegen meinen Hintern und stieß mich heftig gegen die Wand. Das Gesicht zur Wand und die Hände erhoben erwartete ich jeden Moment, dass man mich von hinten schlug. Ich empfand eine furchtbare Angst.“                                           Luigi PERRUZZI




AKTUELLES

Sammelband: Polizei(en) in Umbruchsituationen

Der Umbruch steht für einen tiefgreifenden Wandel, der sich auf unterschiedlichen Ebenen vollziehen kann. Bezogen auf die Polizei spielen neben politischen Zäsuren auch gesellschaftliche und kulturelle Umbrüche eine wesentliche Rolle. Dabei kann die Institution zum Objekt der Forschung oder aber als Subjekt (Akteur) in einer historischen Konstellation analysiert werden. Dieser Ansatz wird in dem Band in internationaler und interdisziplinärer Perspektive vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart verfolgt. - Der von Thomas Grotum, Lena Haase und Georgios Terizakis herausgegebene Sammelband Polizei(en) in Umbruchsituationen. Herrschaft, Krise, Systemwechsel und "offene Moderne" erscheint Ende 2021 bei Springer VS.



Forum für Nachwuchshistoriker/innen

Am 22. September 2021 fand in der Pfalzbibliothek Kaiserslautern das jährliche „Forum für Nachwuchshistoriker/innen“ statt. Neben Schüler/innen-Arbeiten wurden auch dieses Jahr die Ergebnisse von Bachelorarbeiten der Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz (HdP RLP) präsentiert, die auf der Basis von Gestapo-Akten aus Neustadt a.d. Weinstraße und Trier verfasst worden sind. Den Einstieg bildet ein Interview von Dr. Walter Rummel (Landesarchiv Speyer) mit einer künftigen Absolventin der HdP RLP. Die Vorstellung der drei Bachelor-Arbeiten moderiert POR Markus Moog, der als Dozent an der HdP RLP für das Projekt mit der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz und der Forschungs- und Dokumentationsstelle SEAL der Universität Trier zuständig ist [Video ab Minute 1:03:30].

 



GUT Publikationspreis

Für ihren Aufsatz "Die Staatsanwaltschaft auf dem Abstellgleis? Behördliches Selbstverständnis der Staatsanwaltschaft Trier im Nationalsozialismus", der in der von ihr gemeinsam mit dem Oberstaatsanwalt Wolfgang Bohnen herausgegebenen Festschrift "Kontrolle, Konflikt und Kooperation. 200 Jahre Staatsanwaltschaften Koblenz und Trier (1820-2020)" im Verlag C.H Beck erschienen ist, wurde Lena Haase ausgezeichnet.



Andreas Borsch über die Inititiative Interdisziplinäre Antisemitismusforschung Universität Trier (IIA)

Die IIA ist ein Zusammenschluss von Studierenden und Doktoranden der Universität Trier, der sich 2019 gegründet hat. Er gehört unter das Dach der Forschungs- und Dokumentationsstelle SEAL, ist aber eine selbständige Organisation. Die IIA organisiert Tagungen, Konferenzen, insbesondere auch für Nachwuchs-Wissenschaftler:innen, sowie Vortragsreihen und baut sowohl ein Archiv als auch eine Bibliothek zum Thema "Antisemitismus" auf.




Archives de la Gestapo de Treves

Saisies à la fin de la Seconde Guerre mondiale par les services secrets français, ces archives ont été découvertes en 2014 lors du classement d’un ensemble documentaire versé au Service historique de la Défense par la DGSE. Grâce à une collaboration engagée avec  l’Université de Trèves, elles sont aujourd’hui classées et inventoriées.