Im Kontext der seit 2006 stattfindenden einwöchigen Studienfahrten ins Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau und der Forschungskontakte von Dr. Thomas Grotum hat sich die Möglichkeit ergeben, sich an einem Projekt zu beteiligen, das zur Internationalisierung der Lehre an der Universität Trier beitragen und gleichzeitig die kürzlich angeregten Kontakte zur Staatlichen Hochschule in Oświęcim vertiefen würde. Unter der Leitung des Vereins Chrześcijańskie Stowarzyszenie Rodzin Oświęcimskich (Jan Parcer), in dem zahlreiche Überlebende des ersten polnischen Häftlingstransportes und deren Angehörige Mitglied waren bzw. sind, soll eine bestehende Ausstellung über den ersten Häftlingstransport überarbeitet und am 85. Jahrestag (14. Juni 2025) in dem Gebäude gezeigt werden, in dem die Häftlinge damals zunächst untergebracht worden sind: dem Tabakmonopolgebäude direkt neben dem „Stammlager Auschwitz“.
Gefangene des ersten Transports ins KL Auschwitz auf der Bahnrampe in Tarnów am 14. Juni 1940. (c) Marek Tomaszewski
Gefangene des ersten Transports ins KL Auschwitz auf der Krakauer Straße in Tarnów am 14. Juni 1940. (c) Marek Tomaszewski
Auch wenn die Existenz des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz nun fast 80 Jahre zurückliegt, tauchen immer noch neue Quellen auf. So hat Marek Tomaszewski, Stadthistoriker in Tarnów, 2023 eine Publikation mit dem Titel „Tarnów – KL Auschwitz. Pierwszy Tranport do Piekła / First Transport to Hell“ vorgelegt, in der er auch 96 Fotos dokumentiert, die am 14. Juni 1940 in Tarnów (1. Transport) und am 20. Juni 1940 in Wiśnicz (2. Transport) aufgenommen worden sind. Die Originale befinden sich in Kanada und wurden ihm kurz zuvor per eMail-Anhang übermittelt. Die Identifikation der 728 Personen des ersten Transports stellt eine der Herausforderungen dar.
Impressionen aus der Ausstellung über den ersten polnischen Häftlingstransport von Tarnów ins KL Auschwitz am 14. Juni 1940 in der Hochschule Oświęcim (Oktober 2025).
Das Projekt wird im Rahmen der Förderung von studentischen Initiativen und Hochschulgruppen mit internationalem Bezug an der Universität Trier seit August 2024 unterstützt. Antragstellerin und Bearbeiterin ist Julia Kleusch. Im Wintersemester 2024/25 und im Sommersemester 2025 haben insgesamt zehn Studierende an der Ausarbeitung der 728 Biografien gearbeitet.
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